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Golden Retriever Colina wurde von einer Schlange gebissen

In regelmäßigen Abständen kann man von Giftschlangen in einigen Regionen Österreichs lesen. Es handelt sich dabei um Informationen, welche man ernst nehmen sollte. Es kann jeden von uns treffen wie man aus der folgenden Geschichte ersehen kann. Wir können es nicht wirklich verhindern, aber es ist schon wichtig für uns und unsere Vierbeiner zu wissen, wie der Verlauf eines giftigen Bisses sich darstellen kann.

Ich möchte euch nun eine kleine Story von unserem Urlaub am Weissensee in Kärnten erzählen wie wir um das Leben unserer Hündin gekämpft haben und schlussendlich durch die gute Versorgung vor Ort doch noch alles gut verlaufen ist. An dieser Stelle möchten wir auch Herrn Dr. Oberlojer und der Familie Berger, Besitzer des Hotels „Haus am See“ für ihre Unterstützung vor Ort bedanken.

Colina wurde von einer Kreuzotter gebissen!

Es war Freitag, ca. 7.45 Uhr beim täglichen Hundespaziergang in einer schönen hohen Blumenwiese. Unser Morgenspaziergang verlief ganz harmonisch und dauerte ca. 15 Minuten. Ich muss noch erwähnen, dass ich sie an der Laufleine hatte und sie die ganze Zeit im Auge behielt.

Unsere Hündin machte keine Anstalten, dass sie von etwas gebissen wurde. Das heißt sie schreckte sich nicht. 2 Stunden später sah ich, dass ihre Zitze geschwollen und in Brustkorbtiefe herunter hing. Sie fühlte sich kühl an, es war weder ein Stich noch ein Biss zu sehen. Unserer Hündin ging es zu diesem Zeitpunkt noch sehr gut. Auf anraten unseres Arztes schmierten wir Hirudoid-Gel.

Um ca. 12:30 Uhr erbrach sie 3 x hintereinander und ihr Magen beruhigte sich nicht. Es machte den Anschein, als müsste sie sich nochmals entleeren. Aber es kam nichts mehr! Die Schnauze fühlte sich normal kalt und feucht an, auch ihre Zitze blieb unverändert.

Ca. 14:00 Uhr – wir gingen ein paar Schritte damit sie sich noch lösen konnte. Zu diesem Zeitpunkt war sie schon sehr matt! Als sie sich anschließend hinlegte fiel sie fast um.

Um 14.35 Uhr fuhren wir zum Tierarzt (war leider nicht früher verfügbar). Colina war bereits bewusstlos. Die Schnauze war kühl und feucht, kein Fieber zu messen. Der Arzt konnte keine Diagnose stellen. Kein Biss war sichtbar, der Kreislauf im „Keller“.

Sie bekam sofort Notfalltropfen und der Kreislauf wurde stabilisiert. Um auf Nummer sicher zu gehen, erhielt sie Spritzen um alles abzudecken. Mit Notfalltropfen und Crataegutt (Weißdornextrakt für den Kreislauf) überstanden wir eine für uns schlaflose Nacht. Damit sie innerlich nicht austrocknete, mussten wir ihr Wasser einträufeln. Um Mitternacht stand sie dann das erste Mal wieder auf! Colina war zwar noch sehr wackelig auf ihren Beinen, aber es ging aufwärts. Belinda ging mit ihr kurz nach draußen damit sie sich lösen konnte.

2. Tag – die Wunde war erkennbar schwarz, heiß und schwoll mehr an. Nun hatte sie auch Fieber. Colina war sehr schwach auf den Beinen, Treppen konnte sie keine steigen. Sie wurde nochmals vom Arzt mit Spritzen versorgt.



Schlangenbiss bei Hunden

3. Tag – Penizillin Tabletten mussten verabreicht werden. Die schwarze Wunde brach auf kleinen Stellen etwas auf, blutete ein bisschen und schloss sich wieder. Siehe Foto Colina ging es gegen Abend immer schlechter, ich fürchtete das allerschlimmste. In der Nacht platzte die Wunde auf 2 Stellen und es kam der blutig-eitrige Inhalt heraus.

4.Tag – Der Arzt wusch und desinfizierte den zum Teil noch geschlossenen Hautbeutel, der im laufe des Tages ganz aufriss. Das schwarze tote Gewebe fiel langsam ab. Nun ging es mit unserer Hündin wieder bergauf. Wir boten ihr Semmeln mit Butter und Honig, die sie dankbar aufaß, da ihr sonst nichts schmeckte.

Die Wunde, die anfangs 8x5 cm groß war brauchte 3 Wochen um zu heilen. Es wurde dafür gesorgt, dass sich kein Wildes Fleisch bilden konnte. Dass es ein Biss von einer sehr giftigen Schlange war, erfuhren wir erst von unserem Arzt in der Tierklinik in Leonding, welche die Nachversorgung in die Hand nahmen. Lt. deren Aussage waren die Symptome eindeutig! Die kleinen Bisswunden schließen sich sofort und das Gift geht gleich ins Blut. Wir hatten Glück, dass Colina noch lebt und die Wunde nicht zu tief war. Ihre Zitze wurde zum Glück auch nicht geschädigt.

Jetzt ist sie wieder frisch und munter. Nichts erinnert mehr an dieses schreckliche Erlebnis!