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Wie ist das Wesen des Golden Retrievers, Interview von der Firma Tackenberg

Der Golden Retriever im Portrait

Der Golden Retriever im Portrait


Die Heimat des Golden Retrievers ist Großbritannien, er ist ein waschechter Schotte. Was seinen Ursprung betrifft, dazu gibt es viele Theorien. Durch den regen Fischhandel zu Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Hunde damals Helfer der Fischer. Sie sammelten Fische ein oder apportierten Bootsleinen. Durch viele Einkreuzungen von verschiedenen Jagd- und Wasserhunden entstand der „Wavy-Coated-Retriever“. Dieser soll der unmittelbare Vorfahr des Golden Retrievers sein, ein wasserfreudiger und wetterfester Hund. In der Fachliteratur wird beschrieben, dass der schottische Baron Tweedmouth diese Hunde immer wieder mit englischen Jagdhunden kreuzte, um einen begeisterten Hund für die Wasserjagd auf Enten zu züchten. Nach 20 Jahren soll dann ein Wurf Welpen mit einem hellen Fell, seidenweich und goldig, dabei gewesen sein. Die zukünftige Rasse „Golden Retriever“ war geboren, Hunde mit einem besonderen Aussehen und für die anspruchsvolle Arbeit nach dem Schuss prädestiniert. 1913 wurde die Rasse vom englischen Kennel Club erstmals anerkannt, und 1920 wurde der erste Golden-Retriever-Club gegründet. Während die Rasse in England und USA auf viele Liebhaber traf, dauerte es noch einige Zeit, bis dieser Hund auch in Deutschland auf Begeisterung stieß.

 

Golden Retriever sind sehr sportliche Hunde SEIN WUNDERSCHÖNES ERSCHEINUNGSBILD
Der Golden Retriever fällt durch seine besondere Fellfarbe und seinen harmonisch und gut proportionierten Körperbau auf. Der runde Kopf und die dunklen Knopfaugen verleihen ihm einen besonderen, liebenswerten Ausdruck. Die Rute ist, zum Körperbau passend, lang und befedert. Sein seidiges, goldfarbenes Fell ist mittellang, glatt und manchmal mit welligem Deckhaar und hat eine dichte, wasserabweisende Unterwolle. Die goldigen Farbnuancen reichen von heller Cremefarbe bis Dunkelgold. Das Fell sollte regelmäßig gebürstet werden, und auch auf die Reinigung der Hängeohren ist zu achten.
Es haben sich zwei verschiedene Retriever-Typen herausgebildet: Der „Familienhund“ (Show Type) erscheint in seinem Gesamtbild meist schwerer gebaut und mit üppiger Behaarung, während die Arbeitslinie (Working Type), die nur noch relativ selten in der Zucht auftaucht, sehr viel leichter und athletischer gebaut ist.

 

SEIN GOLDIGES WESEN
Die „Goldis“ haben ein ausgeglichenes Temperament, sind sehr anpassungsfähig und somit perfekte Familienhunde. Sie sind zudem aufmerksam, intelligent und fröhlich. Auch wenn gerade die Welpen an ein sanftes Wesen oder Kuscheltier erinnern, darf nie außer Acht gelassen werden, dass diese Hunde aufgrund ihres klugen Kopfes und ihrer Cleverness einfühlsam ausgebildet werden müssen. Grundsätzlich gilt die Rasse als lernbereit und leichtführig, da der Golden Retriever eine besonders hohe Bereitschaft zum Gehorsam hat und mit dem Menschen zusammenarbeiten möchte, in Fachkreisen „will to please“ genannt. Dieser Hund will gefördert und gefordert werden und liebt die Abwechslung, ansonsten würde sein goldiges Wesen verkümmern. Auch wenn es manchmal den Anschein hat, dass diese Tiere es lieber gemütlich angehen und auf dem Sofa herumliegen, sind sie sehr bewegungsfreudig und lieben es, mit den Menschen zu spielen und herumzutollen. Sie brauchen viel Auslauf, Bewegung und spielerische Beschäftigung. Sie lieben Appor-tier- und Suchspiele, und vor allen Dingen lieben sie es als begeisterte Schwimmer, im Wasser zu planschen, leider auch in so mancher Matschpfütze. Die „Goldis“ sind gern mit ihrem Menschenrudel zusammen und wollen möglichst überall dabei sein. Dies ist auch meistens kein Problem, da diese Hunde in der Öffentlichkeit selten, und das trotz ihrer Größe, unangenehm auffallen. Denn die Rasse gilt als charakterfest, in sich ruhend und von unbeschreiblicher Geduld. Ein Golden Retriever bleibt auch in kritischen Situationen entspannt. Kampfbereitschaft, Aggressionsverhalten oder eine erhöhte Ängstlichkeit sind bei seriösen Züchtern nicht erwünscht.

 

DER GOLDEN RETRIEVER ALS MULTITALENT
Wegen ihres einwandfreien Sozialverhaltens und ihrer Nervenstärke werden die Hunde auch als Therapie-, Blindenführ-, Service- oder Rettungshunde eingesetzt. Sogar als Sprengstoff- und Rauschgiftsuchhund kommen sie zum Einsatz. Einige unterstützen außerdem Zollbeamte bei der Fahndung nach geschmuggelten Waren. Sie sind ebenso, ihrer Zuchtlinie entsprechend, tolle Familienhunde oder auch perfekte Jagdbegleiter.

 

MODEHUND MIT MÄNGELN
Leider ist der Golden Retriever aufgrund seiner Mitwirkung in einigen Kino- und Fernsehfilmen und durch die Beschreibung als „pflegeleichter Familienhund“ ein begehrter Modehund geworden. Wie andere vor ihr hat auch diese Rasse durch die Medien einen Boom mit erhöhter Welpennachfrage erfahren, und unseriöse Massenvermehrer züchten auf „Masse anstatt Klasse“. Diese Hunde weisen nicht selten diverse Erbkrankheiten, sonstige Krankheitsbilder und nicht der Rasse entsprechende, entartete Charakterzüge auf. Wer sich für einen reinrassigen Golden Retriever interessiert, sollte sich ausführlich informieren und einen seriösen Züchter aufsuchen.

 

VOM JAGDHUND ZUM FAMILIENLIEBLING
Der Ursprung dieser Hunde liegt in der Jagd, und als Jagdprofis erledigen sie viele Aufgaben. Auch wenn durch die Zucht die Jagdleidenschaft minimiert wurde, trägt der Golden Retriever dieses Potenzial in seinen Genen. Es existieren zwei Zuchtlinien: Der einen sind die passionierten Jagdhunde zuzurechnen, sie nennt sich Arbeitslinie („Field-Trial-Linie“). Diese Hunde sind oftmals nicht unbedingt in sich ruhend, sondern eher temperamentvoll und nervös und müssen noch intensiver ihrer eigentlichen Bestimmung „to retrieve“ (engl.: zurückbringen, zurückholen, apportieren) gemäß beschäftigt werden. Der heutige „Familienhund“ ist der sog. „Show-Linie“ entsprungen. Hier wurde sehr viel mehr Wert auf Optik, Ausdruck und Familientauglichkeit gelegt. Aber auch diese Hunde sind „Arbeitshunde“ und wollen etwas tun, um so regelmäßig ausgelastet zu werden.

 

Rassemerkmale
FCI-Klassifikation: Ursprungsland Großbritannien Standardnummer 111, Gruppe 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde, Sektion 1:Apportierhunde (mit Arbeitsprüfung)
Widerristhöhe:
 Rüden ca. 56–61 cm, Hündinnen ca. 51–56 cm
Gewicht: Rüden ca. 34–40 kg, Hündinnen ca. 30–36 kg


Der Golden Retriever ist ein Hund mit vielen Talenten und einer besonderen Schönheit. Wer sich einen charakterfesten, freundlichen und bewegungsfreudigen Hund an seiner Seite wünscht und auf die rassespezifischen Bedürfnisse eingeht,
wird mit dem Golden Retriever einen tollen Familienhund finden, eben einen wahren „Goldschatz“ auf vier Pfoten.


 

INTERVIEW mit Golden Retriever Züchterin Berlinda Fischer

 

Ernährung steht für mich als Grundbaustein an erster Stelle

 

Für Belinda Fischers Familienzucht „Golden Home“ in Österreich hat sie von einem Zuchtverein die Auszeichnung „Urkunde für herausragende Züchter“ erhalten. Die Welpen werden liebevoll aufgezogen und sorgfältig auf das zukünftige Leben vorbereitet. Rassetypische, wesensfeste und gesunde Golden-Retriever-Welpen haben für die Züchterin oberste Priorität. FRITZ&ANNA-Autorin Sabina Pilguj sprach mit ihr.

 

Was hat Sie motiviert zu züchten?
Belinda Fischer:
 Die Tür zur Zucht öffnete mir damals mein Golden-Retriever-Deckrüde Tango, der verschiedene Zuchthündinnen decken durfte, wodurch ich Einblick in die Zucht bekam. Dadurch erkannte ich sofort, wie es sein soll und wie nicht. 2002 kam meine erste Hündin Colina zu mir, die später alle Zuchtbestimmungen erfüllte, und so ließ ich mich auf die für mich faszinierende Welt der Hundezucht ein. 2004 kamen meine ersten Welpen zur Welt.

 

Die Rasse Golden Retriever in voller Pracht Was liegt Ihnen mit Ihrer Zucht bzw. in der Aufzucht der Welpen besonders am Herzen?
In den bereits zwölf Jahren meiner Hundezucht habe ich sehr viele Erfahrungen sammeln können. Mir ist besonders aufgefallen, dass generell die Hunde nicht gesünder werden, obwohl wir Züchter nur die gesündesten in die Zucht nehmen. Und mittlerweile ist ja schon bekannt, dass ungesunde Ernährung ein wesentlicher Verursacher ist, deshalb steht die Ernährung für mich als Grundbaustein an erster Stelle. Ich ernähre meine Hunde mit rohem Fleisch, rohem Gemüse, Hirse, gekocht, Kräutern, Kokosöl und weiteren gesunden Zutaten. Ich lege Wert auf hochwertige Lebensmittel, diese beinhalten das Leben! Und nicht Nahrungsmittel, die nur zur Sättigung dienen. Dies ist auch für uns Menschen wichtig. Die Welpen bekommen am Anfang das Gemüse noch nicht roh, sondern einen Brei aus zerkochten Karotten mit Kokosöl zum Fleisch. Sehr wichtig ist, dass eine Kotuntersuchung gemacht wird, bevor man entwurmt. Und Letzteres geschieht auch nur dann, wenn es wirklich notwendig ist, und nur mit natürlichen Mitteln. Die Homöopathie ist mir bei den großen Hunden und auch bei den Welpen sehr wichtig, besonders nach der Geburt, weil bei der Geburt sehr viel Angst entstehen kann. Dadurch kann beim Welpen ein Geburtsschock ausgelöst werden, der bleibende Wesensveränderungen nach sich ziehen kann. Als Human- und Tierenergetikerin arbeite ich mit meinen Hunden und Welpen sehr viel auch auf energetischer Basis.

 

Sie legen sehr viel Wert darauf, dass die Welpen behütet aufwachsen und so wenig wie möglich mit Chemie durch Medikamente belastet werden. Ist das eine wichtige gesundheitliche Basis für das spätere Leben?
Gerade beim Welpen, der erst seine Immunkraft aufbauen soll, ist es wirklich kontraproduktiv, wenn ich mit einer chemischen Entwurmung die Darmflora ab der dritten Lebenswoche alle zwei Wochen zerstöre. Das schädigt in der wichtigsten Phase den Darm und damit den Aufbau eines funktionsfähigen Immunsystems, und das nachhaltig. Allergien sind sehr oft das kleinste daraus resultierende Übel. Ein wichtiger Aspekt ist, die Welpen mit möglichst wenig „Gift“ zu belasten, denn jedes Gift bedeutet Zerstörung. Das gilt auch für die Impfungen, denn diese beinhalten auch sehr viele Giftstoffe. Und mittlerweile weiß man, dass sich viele Impfschäden nicht nur auf den Körper, sondern auch auf den Charakter eines Hundes auswirken können. Das Thema Giftstoffe und Ernährung sind mir sehr wichtig, denn hier liegt meiner Meinung nach die Basis für einen gesunden Welpen.
Bei unseren erwachsenen Hunden haben wir nach der Umstellung von Trockenfutter auf Rohfütterung festgestellt, dass z. B. die älteren Hunde wesentlich aufgeweckter und lustiger wurden, als sie zuvor waren.

 

Worauf muss man unbedingt achten, wenn man sich einen Golden-Retriever-Welpen anschaffen möchte?
Am besten schaut man sich ein paar Züchter persönlich an. Dadurch bekommt man schon ein Gefühl, wo man sich wohlfühlt. Ein gutes Zeichen ist es, wenn man sieht, wie die erwachsenen Hunde leben, und auch alle Welpen des Wurfes zu Gesicht bekommt. Ein guter Züchter „versteckt“ nichts. Eine Augenuntersuchung nach den Richtlinien des ECVO-Untersuchungsformulars sowie Röntgenbefunde von Hüften, Ellbogen und Schultern sind meiner Meinung nach Pflicht. Es darf nur mit den gesündesten Hunden gezüchtet werden. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, wie oft ein und derselbe Name in den beiden Ahnentafeln vorkommt. Bei zu engen Verpaarungen wird das Positive, aber auch das Negative gleich verstärkt.

 

Golden Retriever Züchterin Belinda Fischer mit einem ihrer Welpen Ist der „Goldi“ wirklich so ein „Lämmchen im Hundepelz“? Er wird oftmals als leichtführig, einfach zu erziehen und harmoniebedürftig beschrieben.
Ein Golden Retriever ist ein Hund und kein „Plüschtier“. Das wird manchmal verwechselt. Der Welpe hat sehr spitze Zähne und kann damit noch gar nicht umgehen. Das heißt, er weiß nicht, dass er Menschen leichter verletzen kann, als wenn er mit seinesgleichen spielt. Er will nur spielen und muss richtig geführt werden, er ist ein Rohdiamant. Je besser man ihn versteht, desto leichter kann man ihn erziehen. Ein von Anfang an gut erzogener Welpe ist als Erwachsener der beste Freund, den man sich vorstellen kann. Unsere Hunde wollen uns gefallen, wir Menschen müssen uns nur richtig ausdrücken, damit sie uns verstehen. Und Golden Retriever sind wirklich harmoniebedürftig, sie mögen keine lauten Töne oder Streit, dann fangen sie an zu beschwichtigen.

 

Verraten Sie uns drei besondere charakterliche Eigenschaften Ihrer Hunde, die den Golden Retriever so besonders machen?
Sie sind sehr sozial, vertragen sich mit jedem Hund. Sie haben sehr viel Freude beim Training, egal bei welchem. Hauptsache, sie tun etwas. Unsere Golden Retriever haben ein sehr angenehmes und gewinnendes Wesen und sind auch gern überall dabei.


WEITERE INFOS
www.golden-home.at

Text: Fritz & Anna-Redakteurin Sabina Pilguj, Foto: Belinda Fischer